Digitalisierung trotz Corona-Krise vorantreiben: Überschätzter Trend oder sinnvolles Investment?

Eines haben uns die Ereignisse des vergangenen Jahres gelehrt: Die Digitalisierung ist unaufhaltsam und für Unternehmen jeder Grösse nicht mehr optional, sondern überlebenswichtig. Dennoch hinken viele Betriebe hinterher und nennen fehlende Kapazitäten und mangelnde Fachkenntnisse als Hauptgrund – eine fragwürdige Prioritätensetzung mit Folgen. Warum und wie Sie gerade jetzt vermehrt in die digitale Transformation investieren sollten, lesen Sie in diesem Artikel.

Veränderung als Chance erkennen

Ob die Corona-Pandemie den Schweizer Unternehmen schadet oder sich sogar positiv auswirkt, hängt grösstenteils von der Art des Krisenmanagements ab. Viele Organisationen sahen sich gezwungen, den Status Quo zu überdenken und in Windeseile neue Prozesse und Arbeitstechniken zu implementieren.1 Dadurch wurde schnell klar, welche Abläufe bereits zuvor zeitgemäss waren und welche modernisiert werden müssen. Corona dient somit als Katalysator der Digitalisierung, denn ihre Vorteile liegen vor allem in der Flexibilität von Arbeitsprozessen und gesteigerter Effizienz der Verkaufskanäle.2

Auch im Bildungswesen und Gesundheitswesen wurden Defizite in den Arbeitsschritten dank der Pandemie deutlich sichtbar. Eine Bitkom-Studie3 zeigt, dass sich 93 % der befragten Teilnehmer für vermehrte digitale Gesundheitsversorgung aussprechen. Zukünftig könnten digitale Technologien die medizinische Betreuung zum Beispiel durch Online-Beratungen erheblich revolutionieren.

Wer sich schnell anpasst, gewinnt

In einer Studie von Fraunhofer IAO wird deutlich, dass fast die Hälfte aller Mitarbeitenden die digitalen Veränderungen im eigenen Betrieb als zu schleichend empfindet.4

Digitale Transformation Fraunhofer Institut
«Geschwindigkeit der digitalen Transformation im eigenen Betrieb» Quelle: Fraunhofer IAO4

 

Erst durch die Corona-Krise wurden Unternehmen in allen Grössen aus dem Dornröschenschlaf geweckt und seither wird diese häufig als treibende Kraft für den digitalen Wandel angesehen. Wer schnell genug handelt und sich den Gegebenheiten mit neuen Technologien anpasst, kann trotz Krise sogar Umsatzsteigerungen verzeichnen. Zu kämpfen haben Unternehmen, die zu langsam reagieren.

Kleine und mittelständische Unternehmen haben nun die Chance, längst benötigte Kurskorrekturen der ICT-Struktur vorzunehmen und neue Businessmodelle zu entwickeln. Speziell Fachabteilungen zielen bei der Implementierung neuer Anwendungen in erster Linie darauf ab, schneller, schlanker und besser zu werden.5 Sie wollen auf dem Weg zu ihren Zielen die Lösungen rasch umgesetzt haben, um zeitlich und technologisch wettbewerbsrelevante Vorsprünge sicherzustellen.

Das neue Normal ist erst der Anfang

In Bezug auf die Digitalisierung gibt es kein Zurück mehr, die neue Arbeitskultur ist bereits in vollem Gange.4

Philipp Ziegler Evolution der Potenziale des ICT-Marktes
«Die Evolution der Potenziale des ICT-Marktes: Corona generiert zusätzliche neue Themen mit Potenzial» Quelle: MSM Research AG5

 

Corona generiert zahlreiche neue Themen mit Potenzial wie Workplace/Home Office, Hochverfügbarkeit, Kosten und Automatisierung.5 Das Home Office hat sich bereits erfolgreich etabliert und erfreut sich laut zahlreichen Umfragen grosser Beliebtheit.

Jedoch wurden viele Unternehmen den digitalen Anforderungen des privaten Arbeitsplatzes und mobilen Arbeitens nicht ausreichend gerecht.6 Es ist davon auszugehen, dass noch weitaus komplexere Veränderungen eintreten werden – künstliche Intelligenz (KI) ist hier das Stichwort. Die Digitalisierung sollte daher einen hohen Stellenwert in Unternehmen haben, damit diese für die nächste Krise und den unaufhaltsamen Wandel gewappnet sind.

Massgeschneiderte Lösungen für Klein- und Mittelbetriebe

Nur wer die digitale Weiterentwicklung vorantreibt, wird langfristig erfolgreich sein. Wie im Swiss IT Magazine7 nachzulesen ist, gaben 74 % aller befragten Schweizer Unternehmer an, trotz aktueller Umsatzverluste und weniger Gesamtbudget weiterhin in IT Services zu investieren. Dabei sollte sich Grundlegendes ändern: Alte Geschäftsmodelle sollten überdacht und neue Verkaufsmodelle angeboten werden.8

Wer sich nur auf Face-to-Face-Modelle konzentriert, wird langfristig gesehen wenig Erfolg haben. Wichtig ist, dass digitale Lösungen nicht nur kurzzeitige Notfallpläne sein dürfen. Das eigentliche Ziel sollte die Digitalisierung von Prozessen sein.9 Die digitale Arbeit, die Automatisierung sowie Arbeitsbereiche mit geringer Dichte und Sicherheitsmassnahmen in der Lieferkette sollten auf lange Sicht weitergeführt werden.

Zu den zentralen Fragen, die sich Unternehmen in Hinblick auf digitale Lösungen nun stellen sollten, zählen:

  • Wie beginne ich?
  • Wer unterstützt mich dabei?
  • Wie verdiene ich Geld und steigere mein Einkommen?

Fazit: Jetzt Digitalisierung vorantreiben und wettbewerbsfähig bleiben

Durch die Corona-Krise wurde ein verstärktes Bewusstsein für die Notwendigkeit der Digitalisierung in Unternehmen geschaffen. Dennoch zeigen Umfragen und Studien wie die von ServiceNow10, dass ein erheblicher Anteil der Arbeitsprozesse nach wie vor offline stattfindet und die digitale Transformation nur äusserst langsam voranschreitet. Das moderne Arbeiten im Home Office und automatisierte Workflows bieten jedoch viele Vorteile und ebnen den Weg zum Erfolg.

Sowohl kleine als auch grössere Unternehmen sollten sich mit digitalen Service Providern vertraut machen, um zukünftige Entwicklungen wie künstliche Intelligenz nicht nur zu überleben, sondern davon von Anfang an zu profitieren.

 

Quellen

1 Anna Suder, Netrics AG, «Auswirkungen der Corona-Krise auf die Digitalisierung», 09.06.2020
2 Tim Höttges, Deutsche Telekom AG, «Folgen von Covid-19: Corona als Katalysator für Digitalisierung? (Teil 3)»
3 Michaela Meyer, Bitkom Research GmbH, «Krankschreibung ohne Arztbesuch: Mehrheit für Fortsetzung», 29.05.2020
4 Claudia Ricci, Fraunhofer IAO, «Die Corona-Pandemie als Digitalisierungsbooster», 19.10.2020
5 Philipp A. Ziegler, MSM Research AG, «Herbst Update Report 2020 – Facts, Figures, Erkenntnisse und Forecast zum Schweizer ICT-Markt bis 2022», Herbst 2020
6 Maude Lavanchy, «Corona beschleunigt Digitalisierung der Arbeit», Juni 2020
7 Swiss IT Magazine, «Schweizer Unternehmen treiben trotz Corona-Krise Digitalisierung weiter voran», 12.10.2020
8 ServiceNow, «After COVID, an opportunity for managed service providers», 29.10.2020
9 Yannick Chavanne, «Corona pusht die Digitalisierung der Geschäftsmodelle», 14.08.2020
10 ServiceNow, «The Work Survey by ServiceNow», September 2020

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